Grußwort der Westpreußischen Jugend zum XXXI. Forum Gedanum in Lübeck (4.-6.6.2010)

übermittelt durch Tilman Fischer

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Danziger Landsleute,


im vergangenen Jahr gedachte die Landsmannschaft Westpreußen ihrer Gründung vor 60 Jahren, in diesem Jahr würdigen wir die Charta der deutschen Heimatvertriebenen, die ebenfalls 60 Jahre nach ihrem Inkrafttreten nicht an Geltung verloren hat.

 

Standen vor sechs Dekaden noch für die heimatvertriebenen Ostdeutschen die existenziellen Fragen des Nachkriegsalltags und der ungewissen Zukunft im Zentrum der Arbeit, so ist es heute der Erhalt und die Pflege des heimatlichen Kulturerbes. Hiervon zeugt auch das diesjährige Forum Gedanum hier und jetzt in Travemünde. Die Kulturarbeit ist die wesentliche Zukunftsperspektive lebensfähiger landsmannschaftlicher Arbeit.

 

Jedoch selbst die beste Perspektive und die sinnvollste Zukunftskonzeption brauchen Menschen, die ihre Realisierung garantieren. Um in diesem Sinne das Fortbestehen der westpreußischen - und hiermit auch der Danziger - Heimatarbeit zu sichern, wurde Anfang dieses Jahres die Westpreußische Jugend ins Leben gerufen. Dies werden Sie sicherlich schon der Heimatzeitung „Der Westpreuße - Unser Danzig" entnommen haben. Sie will Kontakte zwischen jungen Menschen vermitteln, die sich für Westpreußen interessieren. Langfristig soll auf diese Weise auch die junge Generation für das westpreußische Kulturerbe gewonnen werden und in die bestehenden Strukturen integriert werden. Hierbei darf natürlich nicht verschwiegen werden, dass kein Generationenwechsel an einer Struktur ohne Veränderungen auch dieser vorübergehen kann.

 

Ich darf Bernd Posselt zitieren, der auf der Hauptkundgebung des diesjährigen Sudetendeutschen Tages feststellte:

„Erfolgreiche Politik darf nicht von Legislaturperiode zu Legislaturperiode hecheln, sondern sie muss sich am Wort des großen Denkers Edmund Burke im 18. Jahrhundert orientieren, des Verfassers der berühmten „Reflections on the Revolution in France", der geschrieben hat: Politik ist verpflichtet der Generationenkette der Verstorbenen, in deren Tradition wir stehen und denen wir viel verdanken, der Lebenden, für die wir da sein müssen, und der künftigen Generationen, für die wir jetzt schon vorsorgen und vordenken müssen. Heutzutage nennt man dies Nachhaltigkeit. Und im Sinne dieser Idee der Generationenkette gestalten wir seit Jahrzehnten unsere Volksgruppenarbeit."

 

Im Geiste dieser kulturellen Nachhaltigkeit wollen wir als Westpreußische Jugend stehen; in einem vereinten Europa ist hierzu eine grenzübergreifende Arbeit eine essenzielle Voraussetzung und Ergebnis des bisherigen Versöhnungsprozesses, den es ebenfalls fortzusetzen gilt: In unseren angestrebten Kooperationen setzen wir daher gerade auch auf Partner jenseits von Oder und Neiße - ein erster Anlaufpunkt ist der Bund der Jugend der deutschen Minderheit in Danzig.

 

Die Integration einer jungen Generation kann jedoch nicht alleine aus ihren eigenen Kräften vollzogen werden, sondern Bedarf der Mitarbeit der Eltern- und Großelterngeneration, die im Wesentlichen die Teilnehmerschaft dieses XXXI. Forum Gedanum stellt. Daher lassen Sie mich an Sie im Einzelnen - also jeden und jede unter Ihnen persönlich - als auch an Sie im Ganzen - also als Arbeitsgemeinschaft zur Rettung und Förderung Danziger Kulturguts - appellieren, den Wandel mit uns gemeinsam zu beschreiten. Dies vor allem, da Ihnen als Wahrer des Erbes unserer westpreußischen Provinzhauptstadt hierbei eine zentrale Rolle zukommt.


Das heißt:

Bitte werben Sie im Familien- und Freundeskreis für unsere Arbeit. 65 Jahre nach Flucht und Vertreibung alle jungen Menschen mit westpreußischen Wurzeln mobilisieren zu wollen, wäre illusorisch. Aber nähmen wir rein theoretisch an, jedem von Ihnen würde es gelingen, einen jungen Menschen für Westpreußen und den Erhalt des kulturellen Erbes zu begeistern. Und nähmen wir darüber hinaus an, jeder von diesen könnte wiederum zwei Freunde für eine Mitarbeit gewinnen. Wenn alleine Sie, an die ich mich heute wende, diesen Effekt auslösen würden, dann steuerte die Westpreußische Jugend in nicht allzu ferner Zeit auf 200 Mitglieder zu. 200 begeisterte Mitglieder, die sich nicht nur in den Heimatkreisen und Landesgruppen engagieren würden, sondern unter anderem im Kulturwerk Danzig, zum Beispiel als Teilnehmer der kommenden Fora Gedana.

 

Ich wünsche uns allen, das diesem Forum Gedanum noch viele dieser folgen werden - und dies über die hier anwesenden Generationen hinaus.

 

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

 

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